Wenn du Asanas übst ist Jalandhara Bandha ein essenzieller Schutz für die Halswirbelsäule, weil der Nacken lang bleibt und ein Abknicken der Gefäße verhindert wird.
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Bedeutung - Übersetzung
Der Kehlverschluss heisst Jalandhara Bandha
- Jala heisst Netz
- Adhara heisst Stütze
- Bandha heisst Verschluss, Verbindung, Energielenkung
Anatomisches Wissen:
Heutzutage sitzen die Menschen viel - und das hat große Auswirkungen auf unseren Nacken.
Der Kopf wird durch Computerarbeit, Bücher und Fernsehen ständig nach vorn geschoben, was die vertikale Achse verschiebt und deshalb die Nackenmuskeln dagegensteuern müssen. Sie reagieren daraufhin mit enormen Verspannungen.
Im Gegensatz dazu, erschlaffen die vorderen Halsmuskeln immer mehr und daraus entsteht ein Ungleichgewicht zwischen vorn und hinten. Dieser Teufelskreis schiebt den Kopf immer weiter nach vorn und es können auf Dauer chronische Nackenverspannungen und Kopfschmerzen entstehen.
Mit Jalandhara Bandha können wir diesen Mechanismus umkehren, wenn wir unser Kinn nach unten senken und mit unserem Hinterkopf nach hinten oben streben. So stellen wir die Balance der beiden Muskelgruppen wieder her. Wir kräftigen die Vorderseite des Halses, und unsere Nackenmuskeln können ihre Länge wieder finden.
Jalandhara Bandha, der Kehlverschluss Einsatz & Wirkung im Yoga
Beim Kehlverschluss werden Kinn und Brustbein aufeinander zubewegt. Er ist ein unverzichtbarer Bestandteil jedes Pranayama, bei dem der Atem in der Fülle und in der Leere gehalten wird.
Jalandhara Bandha ist eine körperlich, energetisch und mental komplexe Übung.
Sie verhindert, dass Energie in Form von Gedanken, die uns ständig durch den Kof gehen oder uns soger den Kopf verlieren lassen, nach oben entweicht. Der Bandha hilft intensiv dabei, den Geist zu sammeln und so die mentale Energie zu bündeln. Weil der Verschluss die aufsteigende Energei nach unten drückt, ist er der Gegenpol zum Wurzelverschluss (Mula Bandha) und kommt fast immer gleichzeitig mit ihm in den Pranayamas zum Einsatz.
Ausführung:
- Komme in eine aufrechte und bequeme Sitzhaltung deiner Wahl. Du kannst auch auf dem Stuhl sitzen aber ohne anlehnen
- Senke dein Kinn mit einer Ausatmung nach unten, während sich dein Hinterkopf nach oben aufrichtet. Achte darauf, dass der Raum zwischen deinem Unterkiefer und der Vorderseite deines Halses lang bleibt.
- Wölbe mit der Einatmung den Brustkorb deinem Kinn entgegen und richte deine Lendenwirbelsäule auf, indem du den Beckenboden aktivierst und die Rippen nach innen saugst.
- Verweile einige tiefe lange Atemzüge in dieser Position und genieße die Aufrichtung im oberen Rücken, die Ausdehnung im Herzen und die Länge im Nacken.
Wirkungen:
- entlastet die Halswirbelsäule, indem die muskuläre Balance von Hals und Nacken wiederhergestellt wird, beruhigt den Herzschlag
- vermindert den inneren Druck während längerer Atempausen undlässt Energie zum Scheitelpunkt aufsteigen
- sammelt und verinnerlicht den Geist
Kontraproduktiv:
bei chronischen oder akuten Beschwerden im Hals-Nacken-Bereich